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Lichtbildgestalter

Aktualisiert: 18. Jan.

Fotograf, vom Handwerk zur Kunst!


Was ist Handwerk - und wann ist es Kunst? Selbst wir Fotografen wollen uns hier nicht klar festlegen. Nur das Finanzamt (wen wundert es) sieht uns, dank der höheren Umsatzsteuer, überwiegend als Handwerker.

Wie bei so vielen Berufen existiert beim Fotografen keine geschützte Berufsbezeichnung mehr. Man muss also, im Gegensatz zu früher, keine Berufsausbildung in diesem Handwerk absolvieren, um sich auch Fotograf nennen zu dürfen.

Auch ich habe ich mir in meinen Anfängen ohne Ausbildung als Fotograf einer kleinen Zeitungs-Redaktion die ersten Sporen verdient. Doch beschränkte sich die Arbeit dort auf die Berichterstattung in einer Zeitung. Als sich mir die Gelegenheit bot, nahm ich jedoch die Chance wahr und ging bei einem Fotografenmeister in die Lehre.

Schnell lernte ich, Fotografie ist mehr als Film bzw. Speicherkarte einzulegen und auf den Auslöser zu drücken.





Die Kunst der Lichtführung


Nicht ohne Grund kann man den Fotografen auch als Lichtbildgestalter bezeichnen. Schließlich leitet sich die heute übliche Berufsbezeichnung von Photo (Licht) und Graph (Zeichnen) ab. Die Fotografie ist also zunächst nichts anderes als das Zeichnen mit Licht. Eine Bildwirkung lässt sich ohne Änderung der Kameraeinstellungen und der Brennweite nur mit der Lichtsetzung variieren. Das ist zum Beispiel einer der Gründe, warum ein guter Fotograf niemals mitten am Tag eine Außenaufnahme machen würde.

Es sei denn, es muss sein!

Perfektionisten in Sachen Licht waren die alten Meister der Malerei (also reine Kunst). Sie haben mittels Lichtführung in ihren Werken Großartiges geschaffen. Nicht ohne Grund gibt es im Fotografenhandwerk den Begriff des "Rembrandt-Lichts". Der holländische Maler prägte diese Art des Portrait-Lichts und so wurde es nach ihm benannt. Mein Favorit aus dieser Meister-Riege ist übrigens Jan Vermeer, er beherrschte das Licht in seinen Gemälden, wie es nur wenige vermochten.

Man sieht, mit der Kunst und dem Handwerk ist es so eine Sache. Wenn der Fotograf bei der Aufnahme das perfekte Licht setzt, dann ist dies zunächst noch Handwerk. Wenn er jetzt noch die perfekte Bildgestaltung sowie die daraus resultierende Brennweite und Belichtungszeit optimal einsetzt, dann kann sein Portrait ein wahres Kunstwerk werden.


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